Humedics
Lebern retten!
 
Gründerstory
Lebern retten!
Text: Julia Gärtner   Fotos: Julian Röder

In Deutschland leiden etwa drei Millionen Menschen an einer Lebererkrankung. Einen zuverlässigen Test über die Funktion des Organs gab es bisher nicht. Doch ein junges Forscherteam hat seine Kräfte aus der Medizin und der Physik gebündelt und kann nun mit einer exakten Messung Leben retten.

Einen Physikprofessor stellt man sich irgendwie immer noch wie Christopher Lloyd als Dr. Emmett L. „Doc“ Brown in dem Film „Zurück in die Zukunft“ vor, mit schlohweißem Haar und einem verschmutzen Kittel. Karsten Heyne, Professor am Fachbereich Physik der Freien Universität Berlin, entspricht in keinem Detail diesem Bild. Der junge, schlanke Mann mit der unauffälligen Brille arbeitet auch nicht an einem Delorean, sondern entwickelte ein Gerät zur zuverlässigen Messung der Leberfunktion. Dass ein Physiker ein medizinisches Gerät entwickelt, war reiner Zufall. Eines Tages rief ihn PD Dr. med. Martin Stockmann an, der im Rahmen seiner Habilitationsarbeit an der Charité –Universitätsmedizin Berlin an einem Test forschte, der exakte Leberwerte liefern sollte. Allerdings hatte er Probleme mit dem Messgerät und war auf der Suche nach einem Spezialisten für Infrarotspektroskopie. Heyne ließ sich Gerät und Funktionsweise erklären und kam zu dem Schluss: „Das Verfahren ist noch nicht optimal, das können wir besser.“ Über die Chance, an einer direkten Anwendung mitzuarbeiten, freute Heyne sich ungemein. „Es war mir zwar schon immer wichtig, etwas zu machen, was man anwenden kann. Nur leider ist das in der Grundlagenforschung nicht so leicht, da hat man oft ein Fernziel. Anwendungen sind häufig erst in 20 bis 30 Jahren vorstellbar.“ Die Entwicklung des LiMAx-Tests wirkt dagegen wie ein Turboprojekt: Zweieinhalb Jahre arbeiteten sie an der Lösung und gründeten 2009 zusammen mit dem Kaufmann Wilfried Heyne die Humedics GmbH.

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